Medienbeobachtung: Paid Content

Als Medienbeobachter beobachtet man die Medien und das, was in der Medienbranche geschieht. So entging eine Notiz bei meedia.de nicht unserer Aufmerksamkeit. Hier heißt es, dass Anfang des Jahres eine Schätzung darauf hinweist, dass im Jahr 2017 der mit Bezahl-Angeboten erzielte Umsatz der deutschen Publikumsmedien gegenüber dem Vorjahr um 16% auf 320 Millionen Euro gestiegen ist. Eine Zahl, die jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, dass die Entwicklung von Print zu Online sich immer noch an einem Anfangspunkt befindet. So haben die Damen und Herren von PV Digest, das Unternehmen, von dem diese Schätzung stammt, für eines der mit 86.304.197 Online Visits (IVW November 2017) zugriffstärksten Adressen im deutschen Internet, SPIEGEL ONLINE, keine guten Noten. Hier werde das Modell Spiegel Daily wohl aller Voraussicht nach in Zukunft nicht maßgeblichen Anteil an den Umsatzzahlen des Online-Angebots haben oder sogar ganz eingestellt.
Anders steht Bild.de da, für das die IVW für den Monat November des vergangenen Jahres 154.815.457 Online Visits ausweist. Hier scheint alles deutlich besser zu laufen, denn allein mit dieser Adresse und einer Mischung aus Smartphone-App und Paid Content im Web gelinge es dem Springer-Verlag 9% des oben genannten Branchen-Gesamtumsatzes zu erzielen. (weitere Informationen 11.01.2018: http://pv-digest.de/kurzanalysen/)

Medienbeobachtung: Response-Management

Nicht ganz unwichtig für uns als Medienbeobachter sind einige Kenntnisse darüber, wie und was Kommunikation ist und wie sie funktioniert. Denn als Dienstleister in dieser Branche müssen wir wissen, wohin der Blick geht. Selbstverständlich ist es nicht uninteressant zu wissen, dass während Unternehmenskommunikation immer beziehungsorientierter wird, sich die Kommunikationssteuerung (im Unternehmen) immer mehr zu einem Response-Management entwickelt, das eine fortlaufende Anpassung der Ziele und Maßnahmen an die Meinungen und Erwartungen der Stakeholder erforderlich macht. (Rolke, Lothar; Sass, Jan; 2017)

Medienbeobachtung: Werkzeuge: Rollschneider

In der Anfangszeit wurde in der Medienbeobachtung auch noch mit der Schere gearbeitet, die aber schnell durch einen Gegenstand ersetzt wurde, für den es, folgt man dem Eintrag bei Wikipedia, sehr viele unterschiedliche Bezeichnungen gibt: Teppichmesser, Stanley-Messer, Japanmesser oder Cutter(messer). Gemeint ist in allen Fällen eine Art Rasierklinge, die nicht wie beim Rasieren quer zu den Schnittobjekten, sondern längs zu ihnen nach Art eines Messers oder besser einer Messerspitze verwendet wird. Wie ein Skalpell. Verwendet wird dieses Werkzeug auf einem entsprechenden Untergrund, einer Schneidematte, entweder freihändig oder zusammen mit einem (Metall-)Lineal. Der Weisheit letzter Schluss ist das aber nicht, denn sobald das Messer nicht mehr ganz so scharf ist, es nicht ganz richtig angesetzt wird oder der Untergrund nicht ganz frei von Fremdkörpern ist, reißt das Papier und verknittert. Außerdem ist beim schnellen Arbeiten die Gefahr von Verletzungen nicht ganz auszuschließen. Deutlich sauberer und ungefährlicher geht es mit dem oben abgebildeten Rollschneider.

Medienbeobachtung: 100% Böblinger Bote

Wir beobachten die Medien vor allem für unsere Kunden. Aber auch ein bisschen für uns. Und da ist solch eine Meldung, wie sie jetzt im IHK Magazin Stuttgart veröffentlicht wurde, nicht uninteressant. Auf der Seite 46 heißt es, dass die Südwestdeutsche Medienholding GmbH, zu der unter anderem die Stuttgarter Zeitung und die Süddeutsche gehören, alle Gesellschafteranteile der Familie Schlecht übernommen hat und damit zu 100 Prozent Eigentümer der Kreiszeitung Böblinger Bote ist. Ob das dem Zeitungsmarkt gut tut oder nicht, muss sich erst noch herausstellen. Anzunehmen, dass Zeitungen auch weiterhin Investitionen lohnen, scheint dagegen nicht ganz abwegig. Zumindest in den Augen der Südwestdeutschen Medienholding.

Medienbeobachtung: „Drei Kommunikationen“

Das kommunikative Grundrauschen eines Unternehmens kann als Regelkommunikation bezeichnet werden. Sie leitet sich aus den fortwährenden Tausch- und Austauschprozessen ab, innerhalb deren sich ein Unternehmen befindet.

Werden innerhalb des erwähnten Grundrauschens bestimmte Aspekte kommunikativ hervorgehoben, dann spricht man von Kampagnen-Kommunikation, durch die diesen Aspekten Nachdruck verliehen wird; die Einigung darüber, welche Aspekte dies sind, basiert in der Regel auf verständnisbasierten (unternehmensinternen) Entscheidungen.
Bei der Krisenkommunikation muss das Kommunikationsmanagement mit unternehmensinternen oder -externen Ansprüchen umgehen, die in Zusammenhang mit ungeplanten und „unmittelbaren“ Ereignissen dem Unternehmen entgegentreten.

Medienbeobachtung: zweigleisig

Medienbeobachtung ist für uns die Beobachtung, Auswertung und Analyse von Print- und Online-Publikationen. Man muss es wohl als Betriebsblindheit bezeichnen, dass man richtiggehend ins Stolpern kommt, wenn der Begriff anders verwendet wird, wie zum Beispiel in der Freien Presse Chemnitzer Zeitung. Im Zusammenhang mit den Problemen nach der Eröffnung der Schnellstrecke München – Berlin durch die Bahn schreibt die  genannte Tageszeitung: „Nach der missglückten Rückreise eines Sonderzuges in der Nacht von Freitag auf Samstag von dem Eröffnungsfestakt in Berlin steht der München-Berlin-Bahnverkehr unter intensiver Medienbeobachtung.“

Medienbeobachtung: Werkzeuge: Falzbein

Man kann bei der Medienbeobachtung täglich mit bestimmten Werkzeugen umgehen, man muss aber nicht schon deshalb wissen, wie man die Namen dieser Werkzeuge richtig schreibt. Mit der „Pfalz“ hat das Werkzeug, das beim Zusammenfalten der „fertigen“ Ausschnitte unentbehrlich ist, nichts zu tun. Deshalb schreibt man auch nicht „Pfalzbein“, sondern Falzbein. Mit einem „Bein“ hat das Werkzeug aber auch nichts zu tun, und trotzdem heißt es Falz“bein“. Nah eben Bein wie Knochen und ähnlich wie Schienbein,Schlüsselbein oder Stirnbein. Frage: Warum also „Bein“? Antwort: „Die Dinger wurde früher aus Knochen gemacht“. Und warum werden die Ausschnitte überhaupt „zusammengefaltet“? Nah, damit sie auf das Mediendatenblatt passen, wo sie ablösbar aufgeklebt und mit dessen Hilfe sie dokumentiert werden.

Medienbeobachtung: Adblocker

Adblocker spielen mit einem Marktanteil im niedrigen einstelligen Bereich trotz stark steigenden mobiler Internetnutzung kaum eine Rolle. Trotzdem reagieren deutsche Verlage so allergisch auf entsprechende Software, dass sie, wie z.B. bild.de Adblocker blockieren. Die Ankündigung Googles im kommenden Jahr den Browser Chrome standardmäßig mit einem Adblocker auszustatten wirkt in diesem Zusammenhang für Burda, Funke, Springer und Co. alles andere als beruhigend.

Dass das amerikanische Unternehmen, das selbst von Werbung lebt, sich aber kaum selbst ein Bein stellen wird, läßt die Sache dann doch in einem etwas anderen Licht erscheinen. Nicht Werbung im Allgemeinen soll blockiert werden, sondern nur solche Werbung, die nicht den Vorgaben der Coalition for Better Ads entsprechen. Dabei soll es sich um solche „Ads“ handeln, die viele Nutzer und Nutzerinnen sowie ärgert, also Werbung, die „uns“ etwa mehrere Sekunden in Wartestellung hält, bevor ein Inhalt angezeigt wird, oder Videos, die automatisch starten, sobald eine Seite angeklickt wird.

Der im Moment noch unorganisierten Tendenz trotz relativ seltenen Vorkommens von Adblockern immer mehr Werbeeinblendungen mittels Adblockern zu unterdrücken würde Einhalt geboten. Nach Berechnungen des Bundesverband der digitale Wirtschaft stieg der Anteil der auf Desktop-PCs geblockten Werbeeinblendungen im ersten Quartal dieses Jahres auf 19,92 Prozent, einer Steigerung von mehr als 2% gegenüber dem Vorquartal.

Scheinen die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage bei Erwähnung des Begriffs „Adblocking“ also mit Schnappatmung zu reagieren, so bleibt  Google ganz ruhig und bereitet sich auf weitere „Landnahmen“ vor. Eine „Coalition for Better Ads“, die Vorgaben und Empfehlungen für Werbeeinblendungen macht, die dann noch umgesetzt werden in einem der beliebtesten Internetbrowser überhaupt, ist marktkonform und nicht einmal doof, denn Anzahl der Menschen, die sowieso immer mehr werbefreie Angebote suchen und nutzen, soll durch störende Werbung nicht noch erhöht werden. Denn leichte Zeiten stehen den Werbetreibenden nicht bevor.